Soforthilfe bei Schädlingsbefall nach einem Todesfall: 0800 6003005
Wenn ein Mensch in seiner Wohnung verstirbt und nicht sofort gefunden wird, kommt es fast immer zu Schädlingsbefall. Schmeißfliegen, Maden, Speckkäfer und andere Insekten werden von den Verwesungsprozessen angezogen und können sich innerhalb weniger Tage massenhaft vermehren. Für Angehörige, Vermieter und Hausverwaltungen ist der Anblick oft schockierend – und eine Beseitigung ohne professionelle Hilfe kaum möglich. Auf dieser Seite erklären wir, welche Schädlinge auftreten, warum sie gefährlich werden können und wie die professionelle Bekämpfung abläuft.
Der menschliche Körper beginnt bereits wenige Stunden nach dem Tod mit dem biochemischen Abbau. Die dabei freigesetzten Gase und Substanzen wirken auf Insekten wie ein chemisches Signal – sie werden über große Entfernungen angelockt. Der Ablauf folgt einem vorhersehbaren Muster:
Schmeißfliegen (Calliphoridae) gehören zu den ersten Insekten, die einen Leichnam finden. Sie können Verwesungsgerüche über mehrere hundert Meter wahrnehmen und gelangen durch gekippte Fenster, Lüftungsschlitze oder Türspalten in die Wohnung. Bereits innerhalb weniger Stunden legen sie Hunderte von Eiern auf dem Leichnam ab – bevorzugt an feuchten Körperöffnungen.
Aus den Eiern schlüpfen Maden, die sich vom Körpergewebe ernähren. Eine einzelne Schmeißfliege legt bis zu 300 Eier pro Gelege. Bei Zimmertemperatur schlüpfen die Maden innerhalb von 12 bis 24 Stunden. Sie wachsen schnell und können sich innerhalb weniger Tage zu Tausenden entwickeln. Die Maden kriechen vom Leichnam weg und verbreiten sich im Raum – unter Möbeln, in Teppichen und in Ritzen.
Die Maden verpuppen sich nach etwa einer Woche. Die Puppen sind dunkelbraun, hartschalig und befinden sich häufig versteckt unter Bodenbelägen, in Ritzen oder hinter Sockelleisten. Gleichzeitig werden weitere Insektenarten angezogen: Speckkäfer (Dermestidae), Käsefliegen (Piophilidae) und andere auf Verwesung spezialisierte Arten besiedeln den Fundort.
Bei längerer Liegezeit etabliert sich ein kompletter Lebenskreislauf der Insekten in der Wohnung. Neue Fliegengenerationen schlüpfen, Käferlarven fressen an organischen Rückständen, und der Befall kann sich über den Fundort hinaus in benachbarte Räume oder sogar Nachbarwohnungen ausbreiten.
Schmeißfliegen sind die häufigsten und auffälligsten Schädlinge nach einem Todesfall. Die metallisch grün oder blau glänzenden Fliegen sind deutlich größer als gewöhnliche Stubenfliegen. Ihre Maden sind weißlich-gelb, beinlos und können bis zu 1,5 Zentimeter lang werden. Sie treten oft in dichten Ansammlungen von Hunderten oder Tausenden Tieren auf.
Speckkäfer und ihre Larven ernähren sich von getrocknetem organischem Material – Haut, Haare, Nägel, eingetrocknete Körperflüssigkeiten. Sie treten vor allem bei längerer Liegezeit auf und können noch Monate nach der Entfernung des Leichnams aktiv sein. Ihre Larven sind behaart und hinterlassen charakteristische Fraßspuren. Speckkäfer sind besonders problematisch, weil sie auch Textilien, Teppiche und Polstermöbel befallen.
Käsefliegen sind deutlich kleiner als Schmeißfliegen und werden oft erst bei genauem Hinsehen bemerkt. Ihre Larven sind als „Springmaden" bekannt, weil sie sich durch ruckartige Bewegungen fortbewegen. Sie treten vor allem in fortgeschrittenen Verwesungsstadien auf.
In bereits vorbelasteten Wohnungen – etwa bei Vermüllungssituationen – können Schaben durch das zusätzliche Nahrungsangebot stark zunehmen. Sie verbreiten sich schnell in angrenzende Wohnungen und sind ohne professionelle Bekämpfung kaum zu kontrollieren.
Kleidermotten und Pelzmotten können durch Keratin in Haaren und Hautschuppen angezogen werden. In seltenen Fällen treten auch Staubläuse oder Milben in großer Zahl auf, die sich von Schimmelpilzen ernähren, die auf feuchten organischen Rückständen wachsen.
Der Schädlingsbefall nach einem Todesfall ist nicht nur ein ästhetisches Problem. Von den Insekten und ihren Hinterlassenschaften gehen ernsthafte Gesundheitsrisiken aus:
Fliegen, die Kontakt mit einem Leichnam hatten, tragen Bakterien und andere Krankheitserreger auf ihrem Körper und in ihrem Verdauungstrakt. Sie setzen sich auf Oberflächen, Lebensmittel und Küchengeräte und verbreiten so potenziell gefährliche Keime in der gesamten Wohnung. Zu den übertragenen Erregern gehören unter anderem Salmonellen, E. coli und Clostridien.
Die Häutungsreste von Käferlarven, Fliegenexkremente und Puppenreste können bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen – von Hautreizungen über Atemwegsbeschwerden bis hin zu Asthmaanfällen. Diese Allergene verbleiben auch nach dem Absterben der Insekten noch lange in der Wohnung.
Insekten halten sich nicht an Wohnungsgrenzen. Fliegen gelangen durch Türspalten und Lüftungsanlagen in Nachbarwohnungen. Speckkäfer und Schaben wandern durch Kabelschächte, Rohrverkleidungen und Ritzen im Mauerwerk. In Mehrfamilienhäusern kann ein unbehandelter Befall schnell mehrere Wohneinheiten betreffen. Was bei einem Leichenfund in der Nachbarwohnung zu tun ist, erklären wir unter Leichenfund in der Nachbarwohnung.
Der erste Impuls vieler Betroffener ist, zum Insektenspray zu greifen. Das ist verständlich, aber nicht zielführend:
Handelsübliche Insektensprays töten die Insekten, die sie direkt treffen. Gegen die große Mehrheit des Befalls sind sie wirkungslos: Eier, Larven und Puppen befinden sich versteckt in Ritzen, unter Bodenbelägen, hinter Sockelleisten und in Hohlräumen. Sie werden vom Spray nicht erreicht und entwickeln sich weiter.
Fliegenmaden wandern aktiv in geschützte Bereiche, um sich dort zu verpuppen. Käferlarven bohren sich in Textilien und organische Materialien ein. Diese Rückzugsorte sind bei einer oberflächlichen Behandlung nicht erreichbar. Wer nur die sichtbaren Insekten bekämpft, erlebt nach wenigen Tagen die nächste Welle.
Eine dauerhafte Beseitigung gelingt nur durch die Kombination aus professioneller Schädlingsbekämpfung und gründlicher Tatortreinigung. Die Schädlingsbekämpfung eliminiert die Insekten in allen Entwicklungsstadien. Die Tatortreinigung entfernt die Nahrungsgrundlage – organische Rückstände, kontaminierte Materialien und Geruchsquellen – damit kein Neubefall entsteht.
Die Kosten für die Schädlingsbekämpfung hängen vom Ausmaß des Befalls und der Anzahl der notwendigen Behandlungen ab:
In den meisten Fällen wird die Schädlingsbekämpfung zusammen mit der Tatortreinigung durchgeführt und als Gesamtpaket abgerechnet. Die Gesamtkosten für Reinigung, Desinfektion, Geruchsneutralisation und Schädlingsbekämpfung finden Sie in unseren Kostenübersichten unter Kosten Leichenfundortreinigung und Tatortreinigung Kosten.
Gut zu wissen: Die Kosten für die Schädlingsbekämpfung werden in vielen Fällen als Teil der Tatortreinigung von der Versicherung übernommen.
Wenn Sie uns beauftragen, arbeiten wir bei der Schädlingsbekämpfung in folgenden Schritten:
Maden selbst sind für gesunde Menschen nicht direkt gefährlich. Sie beißen und stechen nicht. Allerdings tragen sie Bakterien und Krankheitserreger auf ihrer Oberfläche und können diese auf Möbel, Böden und andere Flächen übertragen. Zudem können die Häutungsreste und Ausscheidungen allergische Reaktionen auslösen. Einen Madenbefall sollten Sie daher nicht ignorieren, sondern professionell beseitigen lassen.
Ja. Fliegen verbreiten sich durch Türspalten, Lüftungsöffnungen und offene Fenster. Speckkäfer und Schaben wandern durch Kabelschächte, Rohrverkleidungen und feinste Ritzen im Mauerwerk in Nachbarwohnungen. In Mehrfamilienhäusern sollte ein Befall daher schnellstmöglich professionell behandelt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Nein. Insektenspray tötet nur die Insekten, die es direkt trifft. Eier, Larven und Puppen befinden sich in Verstecken, die vom Spray nicht erreicht werden. Außerdem beseitigt Spray nicht die Ursache – die organischen Rückstände, die den Befall anziehen. Ohne professionelle Kombination aus Schädlingsbekämpfung und Tatortreinigung kehrt der Befall nach wenigen Tagen zurück.
Die Erstbehandlung selbst dauert je nach Wohnungsgröße wenige Stunden. Bis der Befall vollständig beseitigt ist, vergehen jedoch 2 bis 4 Wochen – so lange dauert es, bis auch verpuppte Insekten geschlüpft und durch die Nachbehandlung erfasst sind. In den meisten Fällen genügen zwei Termine: die Erstbehandlung und eine Nachkontrolle.
Die Kosten für die Schädlingsbekämpfung werden häufig als Teil der Tatortreinigung von der Hausratversicherung des Verstorbenen oder der Wohngebäudeversicherung übernommen. In Mietwohnungen kann unter Umständen auch der Vermieter zur Kostenübernahme verpflichtet sein, wenn die Schädlinge eine Gefahr für das Gebäude oder andere Mieter darstellen.

