Soforthilfe für Wohnungsbaugesellschaften: 0800 6003005
Wohnungsbaugesellschaften bewirtschaften eigenen Bestand – kommunale Gesellschaften, Genossenschaften und private Wohnungsunternehmen zusammen rund 6 Millionen Wohnungen in Deutschland. In diesen Beständen leben überdurchschnittlich viele alleinlebende Senioren, Menschen in sozialer Isolation und Mieter ohne familiäres Netzwerk. Die Folge: Todesfälle, die erst nach Tagen oder Wochen entdeckt werden, Verwahrlosungswohnungen, Messie-Situationen. Für Facility Manager und technische Leiter sind das keine Ausnahmefälle – ab einer Bestandsgröße von 10.000 Wohneinheiten rechnen Sie mit mehreren Einsätzen pro Monat. Wir sind darauf spezialisiert, genau diese Situationen zu lösen – schnell, diskret und mit standardisierten Prozessen, die in Ihre Abläufe passen.
Der Unterschied ist strukturell. Hausverwaltungen verwalten fremdes Eigentum im Auftrag von Eigentümern oder WEGs. Wohnungsbaugesellschaften sind selbst Eigentümer. Sie entscheiden über Budgets, Instandhaltungsmaßnahmen und Dienstleister ohne Rücksprache mit externen Eigentümern. Das bedeutet:
Der GdW-Bundesverband vertritt rund 3.000 Wohnungsunternehmen mit etwa 6 Millionen Wohneinheiten. In Deutschland leben über 17 Millionen Menschen allein – in der Altersgruppe 65+ ist es jede dritte Person. Wohnungsbaugesellschaften mit hohem Seniorenanteil im Bestand sind statistisch regelmäßig mit Todesfällen konfrontiert, die professionelle Reinigung erfordern.
| Bestandsgröße | Erwartbare Einsätze/Jahr | Typische Szenarien |
|---|---|---|
| 1.000–5.000 WE | 3–12 | Unentdeckte Todesfälle, vereinzelt Verwahrlosung |
| 5.000–20.000 WE | 12–40 | Todesfälle, Messie-Wohnungen, Suizide |
| 20.000–50.000 WE | 40–100 | Alle Szenarien, teils mehrfach pro Woche |
| über 50.000 WE | 100+ | Tägliches Geschäft, eigener Prozess nötig |
Diese Zahlen basieren auf der Sterbestatistik (ca. 1.000 Sterbefälle pro 100.000 Einwohner/Jahr) und dem Anteil alleinlebender Mieter in sozialen Wohnungsbeständen. Die tatsächliche Häufigkeit variiert je nach Mieterstruktur und Region.
Ein alleinlebender Mieter verstirbt und wird erst nach Tagen oder Wochen gefunden. In Beständen mit hohem Seniorenanteil das mit Abstand häufigste Szenario. Nachbarn melden Gerüche, der Hausmeister findet überquellende Briefkästen. Verwesungsprozesse haben bereits eingesetzt, Körperflüssigkeiten sind in den Estrich eingedrungen. Oberflächenreinigung reicht nicht – Desinfektion, Ozonbehandlung und oft auch Estrichsanierung sind erforderlich. Details zum Ablauf finden Sie unter Lange unentdeckter Todesfall.
In Sozialwohnungsbeständen tritt Verwahrlosung häufiger auf als im freien Markt. Psychische Erkrankungen, Suchtprobleme oder Vereinsamung führen dazu, dass Wohnungen über Monate oder Jahre vermüllen. Die Bandbreite reicht von vernachlässigter Reinigung bis zur vollständigen Unbewohnbarkeit mit Schimmel, Schädlingsbefall und Tierexkrementen. Bei Mieterwechsel oder nach dem Tod des Mieters wird das Ausmaß sichtbar. Unsere Leistungen bei Extremreinigung decken das gesamte Spektrum ab.
Suizide erfordern neben der fachgerechten Reinigung besondere Diskretion gegenüber Nachbarn und Angehörigen. Unsere Teams arbeiten unauffällig – Fahrzeuge ohne Beschriftung, neutrale Arbeitskleidung. Die Reinigung umfasst je nach Methode Desinfektion, Blutspurenbeseitigung und gegebenenfalls Wand- oder Deckensanierung.
Nach der Tatortfreigabe durch die Polizei beginnt die professionelle Reinigung. Die Kontamination ist oft großflächig – mehrere Räume, Wände, Decken. Wir stimmen den Einsatz mit Ihrem Facility Management ab und dokumentieren den gesamten Prozess für Versicherung und interne Akten.
Bei längerer Liegezeit breiten sich Schmeißfliegen, Speckkäfer und andere Schädlinge in die Nachbarwohnungen aus. Schnelles Handeln verhindert, dass sich der Befall ausweitet und weitere Wohnungen betroffen sind. Wir koordinieren Tatortreinigung und Schädlingsbekämpfung in einem Einsatz.
Ein Rahmenvertrag mit uns kostet Sie nichts – keine Grundgebühr, keine Mindestabnahme. Sie zahlen nur bei tatsächlichem Einsatz, dann zu fest vereinbarten Konditionen.
Im Rahmenvertrag vereinbaren wir Stundensätze, Flächenpreise und Pauschalen für Standardleistungen. Ihr Facility Management kann Kosten kalkulieren, bevor der Einsatz beginnt. Keine Überraschungen, keine Nachverhandlungen. Orientierungspreise: Tatortreinigung ab 500 €, Ozonbehandlung 12 €/m², Reinigungsstunde 40 €/h, Entsorgung 40 €/m³. Detaillierte Preisinformationen unter Tatortreinigung Kosten.
Bei akuten Fällen – Verwesungsgeruch, Schädlingsbefall, Gesundheitsgefahr für Nachbarn – zählt jede Stunde. Rahmenvertragskunden erhalten garantierte Besichtigung innerhalb von 4 Stunden nach Meldung. Rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr.
Ihr Facility Management und Ihre Hausmeister erreichen unseren Projektleiter über eine Direktdurchwahl. Kein Callcenter, keine wechselnden Kontaktpersonen. Derselbe Ansprechpartner kennt Ihre Bestände, Ihre internen Abläufe und Ihre Dokumentationsanforderungen.
Sie erhalten bei jedem Einsatz: Fotodokumentation (vorher/nachher), Desinfektionsnachweis nach IfSG, Entsorgungsbelege nach AVV, Abschlussbericht. Alle Unterlagen in einem Format, das direkt in Ihre Schadenakte, Ihre Versicherungsabwicklung und Ihr ERP-System passt.
Wir schulen Ihre Teams vor Ort: Wie erkennt man Verwahrlosungsanzeichen frühzeitig? Wie verhält man sich bei einem Leichenfund korrekt? Was darf ein Hausmeister tun, was nicht? Die Schulung dauert 2–3 Stunden und umfasst:
Vom Anruf bis zur bezugsfertigen Wohnung – so läuft ein Einsatz bei Rahmenvertragspartnern ab:
| Schritt | Was passiert | Zeitrahmen |
|---|---|---|
| 1. Meldung | Hausmeister oder Objektbetreuer ruft unsere Direktdurchwahl an | Sofort |
| 2. Besichtigung | Schadensaufnahme vor Ort, Fotodokumentation, Aufwandsschätzung | Innerhalb 4 Stunden |
| 3. Kostenvoranschlag | Detaillierter KVA auf Basis der Rahmenvertragspreise | Noch am selben Tag |
| 4. Freigabe | Ihr Facility Management gibt den Einsatz frei | Nach interner Prüfung |
| 5. Reinigung | Tatortreinigung, Desinfektion, ggf. Schädlingsbekämpfung | 1–5 Tage |
| 6. Ozonbehandlung | Geruchsneutralisation bei Verwesungsgeruch | 1–3 Tage |
| 7. Abnahme | Gemeinsame Begehung mit Ihrem Objektbetreuer | Nach Abschluss |
| 8. Dokumentation | Desinfektionsnachweis, Entsorgungsbelege, Abschlussbericht | Innerhalb 3 Werktage |
Bei akuter Gesundheitsgefahr – z. B. Seuchengefahr oder behördliche Anordnung nach § 16 IfSG – beginnen wir mit Sofortmaßnahmen vor der formalen Freigabe. Die Kosten sind als Schadenminderungsmaßnahme erstattungsfähig.
Kommunale Wohnungsbaugesellschaften unterliegen dem Vergaberecht. Bei der Tatortreinigung greifen zwei Ausnahmen:
Gemäß § 14 UVgO ist eine Direktvergabe ohne Ausschreibung zulässig, wenn besondere Dringlichkeit besteht, die eine Einhaltung der regulären Fristen nicht erlaubt. Ein unentdeckter Todesfall mit Verwesungsspuren und Gesundheitsgefährdung für Nachbarwohnungen erfüllt diese Voraussetzung. Der Dringlichkeitsgrund muss dokumentiert werden – unsere Fotodokumentation liefert den Nachweis.
Die saubere Lösung: Ein vergaberechtskonform ausgeschriebener Rahmenvertrag, auf dessen Basis Einzelabrufe ohne erneutes Vergabeverfahren erfolgen. Wir unterstützen Sie bei der Erstellung der Leistungsbeschreibung für die Ausschreibung. Unterhalb der EU-Schwellenwerte (aktuell 221.000 € netto für Dienstleistungen) gelten die vereinfachten nationalen Vergaberegeln.
Wohnungsbaugesellschaften tragen die Kosten zunächst selbst – als Eigentümer des Bestands. Die Refinanzierung läuft über drei Kanäle:
Die Wohngebäudeversicherung deckt Schäden an der Bausubstanz: kontaminierten Estrich, durchnässte Wände, zerstörte Bodenbeläge. Neuere Tarife enthalten explizite Klauseln für Dekontamination nach Leichenfund. Bei älteren Tarifen ohne solche Klauseln greift die Unklarheitenregel (§ 305c Abs. 2 BGB) zugunsten des Versicherungsnehmers. Unsere Kostenvoranschläge sind versicherungskonform aufbereitet.
Reinigungskosten, die durch den Mieter verursacht wurden, sind Nachlassverbindlichkeiten. Die Erben haften – sofern sie das Erbe nicht ausschlagen. In der Praxis ist die Durchsetzung bei überschuldetem Nachlass oft unwirtschaftlich. Die Vermieter-Checkliste Todesfall erläutert die rechtlichen Schritte.
Für Wohnungsbaugesellschaften mit regelmäßigen Einsätzen empfiehlt sich ein fester Jahresansatz in der Instandhaltungsplanung. Auf Basis Ihres Bestands und der bisherigen Fallzahlen erstellen wir eine Prognose der zu erwartenden Kosten pro Jahr – als Planungsgrundlage für Wirtschaftsplan und Aufsichtsratsvorlage.
Wohnungsbaugesellschaften sind Eigentümer mit eigener Budgethoheit, eigenem Facility Management und eigenem Personal. Wir passen unsere Prozesse an diese Struktur an: Direktbeauftragung durch Ihr FM-Team, Integration in Ihre ERP-Systeme, Schulungen für Ihre Hausmeister, Unterstützung bei vergaberechtskonformer Beschaffung. Hausverwaltungen haben dagegen externe Eigentümer, die zustimmen müssen.
Als Faustregel: Pro 1.000 Wohneinheiten rechnen Sie mit 3–8 Einsätzen pro Jahr, die professionelle Tatortreinigung erfordern. Bei Beständen mit hohem Seniorenanteil oder in sozialen Brennpunkten liegt die Zahl höher. Wir analysieren Ihren Bestand und erstellen eine realistische Prognose.
Ja. Wir bieten Präsenzschulungen vor Ort und Online-Formate an. Die Präsenzschulung ist wirksamer, weil praktische Übungen (Erkennung von Gerüchen, Schutzausrüstung) vor Ort besser vermittelbar sind. Für dezentrale Bestände mit vielen Standorten kombinieren wir beides.
Im Einzelfall nein – bei akuter Dringlichkeit ist die Direktvergabe nach § 14 UVgO zulässig. Für planbare, wiederkehrende Leistungen empfehlen wir einen vergaberechtskonform ausgeschriebenen Rahmenvertrag. Wir unterstützen bei der Leistungsbeschreibung.
Nichts. Keine Grundgebühr, keine Bereitstellungskosten, keine Mindestabnahme. Sie zahlen ausschließlich für tatsächlich erbrachte Leistungen – zu festen, im Vertrag vereinbarten Preisen.
Ja. Wir sind bundesweit einsatzbereit. Rahmenvertragspartner mit Beständen in mehreren Bundesländern erhalten einen zentralen Ansprechpartner, der alle Standorte koordiniert.
Schnell. Bei Geruchsbelastung in Nachbarwohnungen hat die Beseitigung der Ursache Priorität. Wir beginnen mit der Grobreinigung und Desinfektion des Fundorts und behandeln parallel die betroffenen Nachbarwohnungen mit Ozon. Erfahrungsgemäß ist die Geruchsbelastung innerhalb von 48–72 Stunden nach Einsatzbeginn beseitigt.

