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Wenn ein Mieter in der Wohnung verstirbt, stehen Vermieter und Hausverwaltungen vor einer Vielzahl von Fragen: Was muss sofort geschehen? Was passiert mit dem Mietvertrag? Wer trägt die Kosten für Reinigung und Instandsetzung? Diese Checkliste führt Sie Schritt für Schritt durch alle relevanten Maßnahmen – von den ersten Stunden bis zur Neuvermietung. Einen allgemeinen Überblick finden Sie in unserem Ratgeber Todesfall in der Wohnung.
Sobald Sie als Vermieter vom Tod eines Mieters erfahren, sollten Sie folgende Schritte einleiten:
Der Tod eines Mieters beendet das Mietverhältnis nicht automatisch. Das BGB regelt die Rechtsnachfolge klar:
Lebte der Verstorbene mit einem Ehegatten, Lebenspartner oder Familienangehörigen in einem gemeinsamen Haushalt, treten diese Personen kraft Gesetzes in das Mietverhältnis ein. Der Eintritt erfolgt automatisch, kann aber innerhalb eines Monats nach Kenntnis vom Tod abgelehnt werden.
Gibt es keine eintrittsberechtigten Personen, geht das Mietverhältnis auf die Erben über. Sowohl Erben als auch Vermieter haben ein Sonderkündigungsrecht: Die Kündigung muss innerhalb eines Monats nach Kenntnis vom Tod erklärt werden. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate (§ 580 BGB).
Schlagen alle Erben das Erbe aus, fällt der Nachlass an den Fiskus. Die Abwicklung erfolgt über einen Nachlasspfleger, den das Nachlassgericht bestellt. Die Miete erhalten Sie weiterhin aus der Nachlassmasse.
| Situation | Frist | Rechtsgrundlage |
| Eintrittsrecht ablehnen (Mitbewohner) | 1 Monat nach Kenntnis vom Tod | § 563 Abs. 3 BGB |
| Sonderkündigung durch Erben | 1 Monat nach Kenntnis vom Tod | § 564 Satz 2 BGB |
| Sonderkündigung durch Vermieter | 1 Monat nach Kenntnis vom Eintritt | § 563 Abs. 4 BGB |
| Kündigungsfrist nach Sonderkündigung | 3 Monate (gesetzliche Frist) | § 580 BGB |
| Erbausschlagung | 6 Wochen nach Kenntnis vom Erbfall | § 1944 BGB |
Praxistipp: Dokumentieren Sie schriftlich, wann Sie vom Tod des Mieters erfahren haben. Dieser Zeitpunkt ist für die Berechnung aller Fristen entscheidend.
Solange die Polizei die Wohnung nicht freigegeben hat, darf sie von niemandem betreten werden – auch nicht vom Vermieter. Die Versiegelung kann wenige Stunden bis mehrere Tage dauern.
Nach der Freigabe haben Sie als Vermieter kein automatisches Betretungsrecht. Die Wohnung gehört weiterhin zum Mietverhältnis. Sie dürfen sie nur betreten, wenn die Erben zustimmen, Gefahr im Verzug besteht (z.B. Gesundheitsgefährdung anderer Mieter) oder ein Gericht den Zutritt genehmigt.
Die Räumung ist erst nach Beendigung des Mietverhältnisses und Ablauf aller Fristen zulässig. Eigenmächtiges Räumen ist rechtswidrig. Eine professionelle Reinigung des kontaminierten Bereichs kann jedoch bei Gefahr im Verzug auch vor der Räumung durchgeführt werden.
Nicht jeder Todesfall erfordert eine professionelle Tatortreinigung. Entscheidend ist, ob biologische Kontaminationen vorliegen:
Als Vermieter sollten Sie schnell handeln: Je länger die Reinigung hinausgezögert wird, desto tiefer dringen Flüssigkeiten in die Bausubstanz ein und desto höher werden die Sanierungskosten. Zudem haben Sie eine Verkehrssicherungspflicht gegenüber den anderen Mietern im Gebäude. Informationen zu den Kosten finden Sie auf unserer Seite Kosten einer Tatortreinigung.
Die Kostenfrage ist für Vermieter besonders relevant. Mehrere Parteien und Versicherungen können beteiligt sein:
| Kostenträger | Wann zuständig | Was wird übernommen |
| Hausratversicherung des Verstorbenen | Häufigster Fall | Reinigung, Desinfektion, Entsorgung |
| Wohngebäudeversicherung (Vermieter) | Schäden an der Bausubstanz | Estrichsanierung, Bodenbeläge, Mauerwerk |
| Erben des Mieters | Als Nachlassverbindlichkeit | Reinigungskosten, ausstehende Miete |
| Mietkaution | Offene Forderungen | Bis zur Höhe der hinterlegten Kaution |
| Ordnungsamt / Kommune | Keine Erben, keine Versicherung | Subsidiär bei Gesundheitsgefährdung |
Empfehlung: Melden Sie den Schaden parallel an Ihre Wohngebäudeversicherung und – sofern bekannt – an die Hausratversicherung des Verstorbenen. Wir erstellen Ihnen einen kostenlosen Kostenvoranschlag, den Sie direkt bei der Versicherung einreichen können. Ausführliche Informationen finden Sie in unserem Artikel Wer zahlt die Tatortreinigung?
| Maßnahme | Kosten |
| Tatortreinigung (Fundort) | 500 – 3.000 € |
| Geruchsneutralisation (Ozon) | 300 – 800 € |
| Estrichsanierung | 800 – 2.500 € |
| Desinfektion (gesamte Wohnung) | 200 – 500 € |
Weitere Details finden Sie auf unseren Seiten Kosten Leichenfundortreinigung und Kosten Geruchsneutralisierung.
Eine sorgfältige Dokumentation ist für Vermieter unverzichtbar – sowohl für die Versicherungsabwicklung als auch für Forderungen gegenüber den Erben:
Unser Service: Wir erstellen eine vollständige Dokumentation aller durchgeführten Maßnahmen, einschließlich Vorher-Nachher-Fotos und Reinigungszertifikat.
Es gibt keine generelle Pflicht, einem neuen Mieter von einem natürlichen Todesfall in der Wohnung zu berichten. Der Tod eines Menschen in einer Wohnung ist ein alltägliches Lebensereignis und stellt keinen Mangel der Mietsache dar.
Eine Offenlegung kann geboten sein, wenn es sich um ein öffentlich bekanntes Gewaltverbrechen handelte, der neue Mieter ausdrücklich danach fragt (dann dürfen Sie nicht lügen) oder trotz Reinigung noch Beeinträchtigungen vorliegen.
Ein professionelles Reinigungszertifikat dokumentiert, dass die Wohnung fachgerecht desinfiziert und gereinigt wurde. Damit sind Sie als Vermieter rechtlich abgesichert und können die Wohnung bedenkenlos neu vermieten.
Nein. Vor der polizeilichen Freigabe darf niemand die Wohnung betreten. Auch danach besteht das Mietverhältnis fort, und Sie benötigen die Zustimmung der Erben oder einen rechtlich anerkannten Grund wie Gefahr im Verzug. Eigenmächtiges Handeln kann rechtliche Konsequenzen haben.
Nicht zwangsläufig. Die Reinigungskosten sind zunächst eine Nachlassverbindlichkeit der Erben. Zudem übernimmt häufig die Hausratversicherung des Verstorbenen oder Ihre Gebäudeversicherung die Kosten. Nur wenn weder Erben noch Versicherungen greifbar sind, müssen Sie möglicherweise in Vorleistung gehen. Details finden Sie in unserem Artikel Wer zahlt die Tatortreinigung?
Das Mietverhältnis endet nicht automatisch. Es geht auf die Erben oder eintrittsberechtigte Mitbewohner über. Beide Seiten haben ein Sonderkündigungsrecht mit einer Erklärungsfrist von einem Monat und drei Monaten Kündigungsfrist. Im ungünstigsten Fall läuft der Mietvertrag also noch vier Monate weiter.
Wenden Sie sich an das zuständige Nachlassgericht. Dieses kann einen Nachlasspfleger bestellen. Bei akuter Gesundheitsgefährdung können Sie die professionelle Reinigung auch ohne Zustimmung der Erben veranlassen und die Kosten später aus dem Nachlass oder über das Ordnungsamt geltend machen.
Bei einem natürlichen Todesfall besteht grundsätzlich keine Offenlegungspflicht, sofern die Wohnung professionell gereinigt wurde. Fragt ein Mietinteressent direkt danach, müssen Sie wahrheitsgemäß antworten. Ein Reinigungszertifikat dokumentiert, dass die Wohnung hygienisch einwandfrei ist.

